Er ist auferstanden!

„Am ersten Tage aber der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft hinweggenommen.

Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus der Gruft genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben!

Nun gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und begaben sich zu der Gruft.

Die beiden liefen miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zur Gruft, bückte sich hinein und sieht die leinenen Tücher daliegen, ging jedoch nicht hinein.

Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und geht in die Gruft hinein und sieht die Tücher daliegen und das Schweißtuch, das um sein Haupt gebunden war, nicht bei den Tüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem besonderen Ort.

Darauf ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zur Gruft gekommen war, und sah und glaubte.“           Johannes 20, 1-8

 

Was waren die Beweise, die Petrus und Johannes so überzeugend machten, dass Jesus auferstanden war? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir 48 Stunden zurück gehen und den Horror verstehen, den sie erlebt haben:

Sie waren mit IHM beim Abendmahl, als ER geheimnisvoll darüber sprach, dass jemand an deren Tisch, IHN verraten würde und sie dadurch mit Furcht erfüllte, als sie jeder für sich, IHM die Frage stellten: „Bin ich es, Herr?“

Sie waren mit IHM im Garten, als er sehr lange und unter Qualen betete, bis sie schließlich vor Erschöpfung einschliefen. Sie waren dabei als Judas kam und Jesus verriet; auf einmal verstanden sie die geheimnisvollen Worte, die Jesus während des Abendmahls sagte.

Sie hatten versucht IHN zu verteidigen, aber wer kann schon einer ganzen römischen Legion Widerstand leisten? Auf einmal waren sie kurzzeitig wieder voller Zuversicht und Hoffnung als Jesus sagte, dass er 12 Legionen Engel vom Himmel zu seiner Unterstützung Befehle geben könnte. Aber stattdessen spürten sie wieder die Verzweiflung als ER seine Aussage mit folgenden Worte endete:

„ Aber wie sollte dann die Schrift erfüllt werden?“

Als andere Jünger IHN verließen, sind sie Jesus von Ferne gefolgt, versteckt im Schatten von Mauern und Torbögen, während Jesus sechs Anhörungen / Gerichtsverhandlungen über sich hat ergehen lassen.

Sie hörten die Lügen der sogenannten Zeugen, die sie gegen Jesus gefunden hatten und ihre Hoffnung schwand mehr und mehr als sie das Urteil „schuldig“ in jeder der sechs Verhandlungen hörten.

  • Hannas, dem Schwiegervater des Kaiphas: Urteil = schuldig
  • Kaiphas, dem Hohepriester: Urteil = schuldig
  • Sandhendrin (hoher Rat): Urteil = schuldig
  • Pilatus, dem röm. Stadthalter: Unschlüssig
  • Herodes (König über Galiläa): Verspottet Jesus
  • Pilatus, röm. Stadthalter: Urteil: Todesstrafe durch Kreuzigung

Sie haben gesehen, wie Jesus gegeißelt wurde, bis ER nicht länger aus eigener Kraft stehen konnte; Seine Haut löste sich von seinem Körper in Fetzen. Sie haben die Dornenkrone mit ihren großen Stacheln gesehen, die man IHM in den Schädel rammte, bis das Blut an Seinem Gesicht runterfloss; sie haben miterlebt, wie Jesus geschlagen, getreten und bespuckt wurde – so lange, bis Sein Aussehen so entstellt war, dass man nur noch ansatzweise erkennen konnte, dass es sich hier um einen Menschen handelte.

Sie hofften mit dem letzten Rest an Hoffnung, dass dieser Alptraum enden würde, wenn die Menschenmenge Jesus in diesem Zustand sehen würden. Sicherlich würden die tausenden von Menschen, die Jesus gelehrt hatte und die hunderten von Menschen, die Jesus geheilt hatte, die Römer davon überzeugen, dass Jesus harmlos wäre und ihr Imperium durch IHN nicht gefährdet wäre.

Aber unter zunehmendem Horror erlebten sie den Pöbel, wie er unter dem bösen Einfluss des hohen Rats, die Befreiung eines verurteilten Mörders forderten und einstimmig schrien: „Kreuzige IHN; ans Kreuz mit Jesus“ So lange, bis Pilatus dem Druck der Masse nachgab.

Sie haben gesehen, umgeben von dem tobenden Pöbel und unter Todesangst, wie sie Jesus ans Kreuz nagelten und anschließend das Kreuz aufrichteten; sie sahen wie ER sich unter Schmerzen krümmte, soweit es möglich war.

Sie sahen, wie schwer es für IHN war, zu atmen und sie hörten sein schmerzerfülltes Stöhnen; Sein zuckenden und krampfenden Körper war nicht zu übersehen und sie konnten miterleben, wie ein Mensch den Tod durch Ersticken am Kreuz erfährt.

Sie hörten, wie er mit allerletzter Kraft schrie: „Es ist vollbracht“…aber alles, was sie verstanden war: „Ich kann nicht mehr“.

Sie waren dabei, als ein römischer Soldat mit seinem Speer Jesus in die Seite stoß und Blut vermischt mit Wasser herausfloss. Sie spürten wie diese letzte Wunde den letzten Hoffnungsschimmer zerstörte und es war zweifellos klar: Jesus ist tot!

Sie sahen, wie man seinen schwer entstellten, leblosen Körper vom Kreuz nahm und IHN auf dem kalten Boden in Grabtücher wickelte. Sie waren bei der kleinen weinenden und trauenden Gruppe dabei, die den Körper Jesu in ein geborgenes Grab brachte.

Sie sahen, wie ein großer Stein vor das Grab gerollt wurde und nun mussten sie sich auf diesen langen, ja sehr langen Weg nach Hause, in ein Leben, das nicht mehr existierte, begeben.

Du kannst sie wegen ihres Unglaubens kritisieren, wenn du möchtest; du kannst sie für ihre mangelnde Vision zurechtweisen oder sie beschimpfen, dass sie nicht länger geblieben sind, um das Wunder, welches nur einige Stunden später geschah, zu erleben.

Aber du musstest nicht diese qualvollen Stunden miterleben. Du warst am Freitag nicht dabei, als Jesus hingerichtet wurde und starb. Sie sahen kein inspirierendes Bühnenstück oder ein emotionsgeladenes Konzert oder einen schönen Ostergottesdienst an einem lauen sonnigen Tag; für sie gab es keinen Ostersonntag, sondern nur einen Freitag, der alles andere als gut war.

Es gab einen alten Prediger, der darüber zu seiner Gemeinde sprach. Es war eine einfache Botschaft, die sanft anfing, an Lautstärke und Intensität zunahm, bis die ganze Versammlung einstimmig die Sätze wiederholten. Die Botschaft war folgende:

Es ist Freitag. Jesus wird im Garten, in dem er betete gefangen genommen. Es ist Freitag, aber der Sonntag kommt.

Es ist Freitag. Die Jünger verstecken sich und Petrus verleugnet, dass er Jesus kenne. Es ist Freitag, aber der Sonntag kommt.

Es ist Freitag. Jesus steht vor dem Hohepriester Israels, schweigsam wie ein Lamm vor seinem Schlachter. Es ist Freitag, aber der Sonntag kommt

Es ist Freitag. Jesus wird geschlagen, verspottet und angespuckt. Es ist Freitag, aber der Sonntag kommt

Es ist Freitag. Die römischen Soldaten peitschen Jesus mit einer Ledergeißel aus, die kleine Knochen und Metallstücken hat und reißen IHM dabei das Fleisch aus. Es ist Freitag, aber der Sonntag kommt.

Es ist Freitag. Der Menschensohn bleibt ruhig stehen, während sie die Dornenkrone bis zur Augenbraue hineindrücken. Es ist Freitag, aber der Sonntag kommt.

Es ist Freitag. Sieh, wie ER nach Golgatha geht, das Blut tropft von seinem Körper. Sieh, wie das Kreuz auf seinen Rücken fällt, als er aufgrund der großen Last stolperte. Es ist Freitag, aber der Sonntag kommt.

Es ist Freitag. Sieh, wie die römischen Soldaten meinem Herrn die Nägel in die Hände und Füße schlagen. Höre meinen Jesus ausrufen: „Vater, vergib ihnen.“ Es ist Freitag, aber der Sonntag kommt.

Es ist Freitag. Jesus hängt am Kreuz, blutverschmiert und sterbend. Es ist Freitag, aber der Sonntag kommt.

Es ist Freitag. Der Himmel verdunkelt sich und die Erde beginnt zu beben und der, der keine Sünde kannte, wurde zur Sünde für uns. Ein heiliger Gott, der nicht bei der Sünde bleibt, gießt seinen Zorn über das perfekte Opferlamm aus, das schreit: „Mein Gott, mein Gott. Warum hast du mich verlassen?“ Was für ein horrendes Geschrei! Es ist Freitag, aber der Sonntag kommt.

Es ist Freitag. Zum Todeszeitpunkt Jesu, wird der Vorhang im Tempel, der den sündhaften Menschen von dem heiligen Gott trennt, von oben nach unten zerrissen. Es ist Freitag, aber der Sonntag kommt.

Es ist Freitag. Jesus hängt am Kreuz; der Himmel trauert und die Hölle feiert. Aber das ist nur, weil es Freitag ist, aber sie wissen es noch nicht, der Sonntag kommt noch!

Satan dachte, er hätte den Sieg errungen. Gewiss, der Menschensohn wurde zerstört. Endlich hat er die Prophezeiung widerlegt, die Gott im Garten Eden sprach, als er sagte: „…und ER wird dir den Kopf zertreten.“ Denn nun ist dieser eine tot. Aber das war am Freitag…

Jetzt ist Sonntag.

Es ist Morgendämmerung am ersten Tag der Woche und es gab ein großes Erdbeben. Aber die war nicht die einzige, die bebte, denn nun ist es Sonntag!

Der Engel des Herrn kam herab vom Himmel und rollte den Stein vor dem Grab Jesu weg. Ja, es ist Sonntag und das Lamm, welches geschlachtet wurde, ist nun der auferstandene Löwe Judas. „Er ist nicht hier… er ist auferstanden!“

„Welche keiner der Obersten dieser Welt erkannt hat; denn hätten sie sie erkannt, so würden sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben.“          1.Korinther 2, 8

Es ist Sonntag und der auferstandene Christus hat den Tod, die Hölle, die Sünde und das Grab besiegt. Es ist Sonntag und alles hat sich verändert! Weil es Sonntag ist, lebt Jesus in meinem Leben und er will auch in deinem Leben sein…

SW

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