Immanuel – Gott mit uns

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…Und sie werden seinen Namen Immanuel nennen…

„Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben“, das heißt übersetzt: Gott mit uns (Matth. 1:23).

Die Zeit war gekommen, dass der Schöpfer, der alleinige Gott des Himmels und der Erde, das Wesen eines Menschen annehmen würde, um unter den Menschen zu wohnen. Dies ist die herrliche Botschaft der Geburt von Jesus Christus, einer Botschaft, die die Glocken der Freude und des Friedens in der ganzen Welt erklingen lässt.

Vom Tag der Verkündigung des Engels an gab es Könige, Gelehrte, religiöse und zivile Führer, Wohlhabende und Arme – Menschen aus allen Jahrhunderten und Kulturen – die über diese Worte des Propheten Jesaja nachgedacht haben. Sie haben sich Gedanken über die Bedeutung der Geburt, dem Leben, Tod und der Auferstehung von Jesus Christus gemacht.

Viele Theorien und Lehren sind vorgeschlagen worden, um Seine Persönlichkeit zu erklären. Während Seiner Lebzeit dachten manche von Ihm, dass Er Johannes der Täufer sei, der von den Toten auferstanden ist; andere vermuteten, dass Er einer der Propheten sei, vielleicht Elia oder Jeremia (Matth. 16:14).

Aber Petrus verkündete Ihn als „Christus, der Sohn des lebendigen Gottes (Matth. 16:16). Er erkannte in Ihm den Sohn Gottes!

Der Jungfrau Maria, die als Mutter von Jesus Christus auserwählt war, verkündete der Engel, dass ihr Kind der Sohn Gottes genannt würde: „Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das von dir geboren wird, Gottes Sohn genannt werden“ (Luk. 1:35). Sie wusste, dass ihr in Bethlehem geborener Sohn nicht der Nachkomme eines Mannes war, denn sie war eine Jungfrau. Sie empfing ihr Kind vom heiligen Geist, und deshalb war Er der Sohn Gottes.

Einige Denker glaubten, dass der Sohn Gottes nicht Fleisch und Blut hatte, sondern dass er ein überengelhaftes Wesen war, das schon vor der Schöpfung erschaffen wurde; andere sagen, Er sei ein ewiges Wesen, die zweite Person in einer dreieinigen Gottheit. Um seine Menschlichkeit zu erklären, führen sie Sein Menschsein auf einen anderen zurück, den sie als den Menschensohn identifizieren. Beide Vermutungen sind unbiblisch.

Zum Beispiel tritt die letzte Gruppe dafür ein, dass der Sohn Gottes ewig ist, dass Er „ewiglich gezeugt“ wurde vom Vater. Somit war Er eigentlich nicht in Bethlehem geboren, denn Er existiert ewiglich. Wer wurde auf der Erde geboren? Sie antworten, dass der Menschensohn von Maria geboren wurde und in Ihn kam der „ewige“ Sohn Gottes und wohnte in Ihm. Da sie behaupten, dass der Sohn Gottes eine „Person in der Gottheit“ ist, beanspruchen sie für Ihn den Titel Gottes, indem sie den Titel Sohn Gottes in „Gott den Sohn“ umwandeln. Folglich ist für sie „Gott der Sohn“ bei Seiner Geburt in den Menschensohn gekommen.

Falls ihre Logik sich erweitert und Sein Leben und Seinen Tod mit einschließt, würde daraus folgen, dass der Sohn Gottes nicht am Kreuz starb – konnte nicht sterben, wenn Er Gott wäre, – vielmehr starb nur der Sohn des Menschen für unsere Sünden. Dieses verwirrte Konzept, das von der Lehre einer Pluralität in der Gottheit herstammt, trifft nicht die klare Lehre der Schrift, welche verkündet, dass der Sohn Gottes – nicht „Gott der Sohn“ – geboren wurde, lebte, starb, von den Toten auferstand und über alles erhöht wurde.

Die Bibel identifiziert den Einen, der der Sohn Gottes genannt wird, auch als den Menschensohn. Er wurde der Menschensohn genannt, weil Er der Same Abrahams war, geboren von einer menschlichen Mutter, der Jungfrau Maria. Er war der Sohn Gottes, weil Sein Vater Gott war, der durch den heiligen Geist Seine Geburt bewirkte, indem Er Maria überschattete.

Als Sohn Gottes wuchs Er zur Reife. Er nahm an Weisheit zu (Luk. 2:52), unterwarf Seinen Willen Seinem Vater (Joh. 6:38; Luk. 22:42), erkannte Sein begrenztes Wissen (Mark. 13:32), und Macht (Joh. 5:30) und Autorität (Matth. 20:23). Als der Sohn Gottes war Er in jeder Hinsicht geschafften wie wir, jedoch ohne Sünde (Hebr. 2:14-18; 4:15).

Wir müssen nicht denken, dass Sein Menschsein lediglich imaginär war, das heißt, nur in äußerer Erscheinung. Er wurde geboren von einer Frau (Gal. 4:4), nicht von der Wesensart eines Engels, sondern vom Samen Abrahams (Hebr. 2:16). Der Apostel Johannes warnte uns vor denen, die Sein Menschsein leugnen würden: „ Und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennt, dass Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists (1. Joh. 4:3).

Wir müssen uns daran erinnern, dass wir von der Sünde und ihren verhängnisvollen Konsequenzen durch das Blut von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, erlöst sind, der uns so sehr liebte, dass Er sich selbst für uns gab (Röm. 3:25; Eph. 1:7; 1. Petr. 1:18-19; Gal. 2:20). Sein Fleisch und Blut spricht nicht nur von Seiner völligen Gleichheit mit uns, sondern auch von unserer Erlösung; Sein Blut, sündlos und kostbar, reinigt uns von unseren Sünden und rechtfertigt uns, die wir schuldige Sünder vor dem gerechten Gericht Gottes sind. Kein Wunder, dass der Engel Joseph sagte, Seinen Namen „JESUS zu nennen, denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden“ (Matth. 1:21).

Während wir Seine Menschlichkeit anerkennen müssen, müssen wir ebenfalls verstehen, dass der Eine, geboren in Bethlehem, auch Immanuel genannt wurde, Gott mit uns. Was für ein fesselnder Gedanke! Jesus Christus war der Sohn Gottes, aber mehr als dies, Er war auch Gott selbst, der in Seinem Sohn wohnte. Wie konnte dies sein? Die Antwort wird in der Bibel gefunden.

Der Apostel Paul schrieb: „Denn Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung“ (2. Kor. 5:19). Ein anderer Vers wiederholt dies so: „Gott (nicht der Sohn Gottes) ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit“ (1. Tim. 3:16). Mit anderen Worten, der eine Herrscher, der Schöpfer, Retter und Erhalter aller Dinge „nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden“ (Phil. 2:7). Die Bibel sagt, dass Gott in der Geburt Seines Sohnes, Jesus Christus, in diese Welt kam.

Mit der Offenbarung dieser Wahrheit können wir die Worte des Propheten begreifen: „Und du Bethlehem Ephratha, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist“ (Micha 5:1). Obgleich Er in Seiner Menschlichkeit als Sohn Gottes geboren ist, war Jesus Christus in Seinem Geist auch der ewige Gott. Der Sohn (Menschlichkeit) begann bei Seiner Geburt, aber Gott, der in Ihm wohnte, ist von Ewigkeit.

Wir können auch Jesaja’s Prophetie verstehen, dass uns ein Kind geboren und ein Sohn gegeben ist, genannt: „Der mächtige Gott, der ewige Vater“ (Jes. 9:6). In Seiner Sohnschaft war Er das Kind und der Sohn, aber in Seiner Gottheit war Er “der eine Gott, der wirklich eine Gott“. Kein Wunder, dass die Schrift verkündigt: „Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ (Kol. 2:9).

Mit diesem Verständnis, dass Jesus Christus Gott offenbart im Fleisch war, können wir Seine Worte verstehen, die von Seiner Existenz schon vor den Patriarchen sprach: „Ehe denn Abraham ward, bin ich“ (Joh. 8:58). Darüber hinaus können wir die Offenbarung begreifen, die Er Philippus und auch uns gab, dass Ihn zu kennen bedeutet, den Vater zu kennen: „So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater; wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnt, der tut die Werke“ (Joh. 14:9-10). Der Vater war in Seinem Sohn, durch welchen Er offenbart ward und durch welchen Er die Welt mit sich selbst versöhnte.

Wir sollten auf eine Textstelle in der Schrift sehen, die, um auf einen „ewigen Sohn“ hinzuweisen; oft falsch ausgelegt wurde, aber tatsächlich offenbart sie die herrliche Wahrheit über Gott in Seinem Sohn.

Johannes schrieb: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort…Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Joh.1, 1-14). Das Wort – Logos, Gedanke, Plan, Konzept – war Gott, nicht der Sohn Gottes, und kam ins Fleisch, und wir sahen die Herrlichkeit des Wortes (Gott) im Fleisch als des eingeborenen Sohnes vom Vater. Die Herrlichkeit, die vom Sohn Gottes ausging, war die von Gott selber, welcher im Fleisch unter uns wohnte.

Während Jesus ins Fleisch kam, war Er auch Gottheit – der eine und ausschließliche Gott, neben dem es keinen anderen gibt (Jes. 43:10-11; 44:6,8). Wie paradox es auch ist, Jesus Christus war in Seinem Menschsein vollkommen der Sohn Gottes, und zur gleichen Zeit war Er absolute Gottheit – Gott mit uns. Seine Gottheit beeinträchtigte nicht Seine Menschlichkeit, noch schmälerte Sein Menschsein Seine Gottheit.

Das Geheimnis der Menschwerdung kann nicht mit unserem begrenzten Verstand begriffen werden, aber man kann es glauben. Wir können die Lehre der Bibel akzeptieren, dass beides – Menschlichkeit und Göttlichkeit – in ein Wesen verschmolzen wurden, das in der Geschichte und in der Bibel als Sohn Gottes bekannt ist.

Da Er beides war, Gott und Mensch, konnte Er alle Vorrechte der Göttlichkeit geltend machen und zur gleichen Zeit den Begrenzungen der Menschlichkeit unterworfen sein. Es gab zwei Wesensarten, aber eine Persönlichkeit. Er wusste von Seiner Gottheit und Er wusste von Seiner Menschlichkeit. Er hatte die Gestalt Gottes und Er nahm die Gestalt eines Menschen an (Phil 2:6-7). Auch in Seiner menschlichen Gestalt wusste Er, dass Er Gott war, und dass Er in der Realität Seiner Gottheit hätte leben können, aber um unseretwillen demütigte Er sich selbst, um den Tod eines Menschen am Kreuz von Golgatha zu sterben.

Die Menschwerdung wird sich immer unserem menschlichen, begrenzten Verständnis entziehen, aber wir können sie in unseren Herzen glauben und bejahen. Diese Wahrheit wird uns letztendlich zu den Füßen des Kreuzes und zum leeren Grab ziehen, wo wir in Demut und Anbetung ausrufen: Mein Herr und mein Gott (Joh. 20:28). Wir können auf das geschichtsträchtige Ereignis in Bethlehem wie Maria reagieren, die auf die Botschaft des Engels zu ihr, dass sie die Mutter des Christuskindes sein sollte, antwortete: Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes (Luk. 1:46-47).

Mögen unsere Herzen während dieser Jahreszeit, in der wir die Geburt des Sohnes Gottes feiern, vor Freude widerhallen, denn Gott tauschte Sein königliches Gewand Seiner Souveränität mit der Rolle eines Dieners, um uns von unseren Sünden zu erretten. Er ist Immanuel, Gott mit uns.

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